Ich fand sie, als ich mit meinem schneeweißen Einhorn über grasgrüne Wiesen ritt. Den Sattel habe ich mit schmalzigem Butterfett eingerieben, das habe ich in einer zielgruppenorientierten Zeitschrift gelesen. Einhornhörner sind sehr sensibel und können leicht abbrechen, wenn man also mal nichts zum Knabbern da hat, findet man bei ihnen immer Ersatzteile. Meine Freundin habe ich nur wegen ihrem Aussehen genommen, ich stehe auf ein bißchen Glamour, es muss richtig glitzern. Und sie hat mich nur wegen meinem Einhorn genommen, da habe ich sie schnell durchschaut, allerdings sind wir uns wegen dem Zucker im morgendlichen Kaffee noch nicht ganz einig, ich habe da bestimmte ethische Bedenken, sie sieht das eher sportlich. Heute morgen hätte ich den Zucker fast fallen lassen, so nervös wurde ich beim Gedanken, es könnte alles anders sein. Das Problem ist doch eher, es ist ja nicht anders, und Zucker zerstört die Zähne. Danach bin ich stundenlang gelaufen, auf der Suche nach Zucker, ich wollte mich zerstören lassen, aber keiner ließ das zu, also bin ich wieder weg gegangen. Als ich nach Hause kam, war dann alles anders. Sie war auf Süßstoff umgestiegen und machte meine Zukunftsplanungen ganz und gar zu nichte, also habe ich sie abgestoßen, wie man das in Krisenzeiten macht. Kein Kunststück, ich weiß, aber auch ihre Frisur gefiel mir nicht so gut. Ich bin da eher der offene Typ.
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