Gib dir die Eiskugel, Junge. Das ist mehr wert, als ein Eimer mit den schönen Dingen des Lebens. Die Gravitation der Kugel gerät außer Kontrolle, wenn man darüber leckt, die Oberfläche verschwimmt in endlosen Kreisen, die sich ausbreiten wie ein Lauffeuer. Auf dem Meer natürlich nicht. Ein bißchen Schokoladensoße auf dein Eis, Kleiner? Ich schwimme auf den endlosen Ozeanen der Eiskugel, glaube aber nicht daran, dass ich den Rekord schaffe. Die Kugel wird kleiner, mein Großer, aber ich werde größer und werde es doch nicht. Mach dir nichts draus, das wird sich nie ändern. Eis ist die Rettung der Welt, glaube mir, Schnuckelchen.
Mai 4, 2008
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Das Einzige, was diesen wunderbaren Moment in einer frühsommerlichen, duftenden Blumenwiese störte, war wohl das Parfüm, das sie trug, denn Fliegen umschwirrten sie wie einen dicken Kuhfladen. Die Normalzeit lief, meine Zeit war eine andere, die Bienen summten in der Luft, erfüllten sie mit Honigduft. Die Fliegen stören. Mit sowas kann ich einfach nicht arbeiten. Aber ich muss doch arbeiten, die Pflicht ruft mich, aber die Fliegen, wer befiehlt ihnen denn, solche schlimmen Dinge zu tun? Peinlich für mich war es schon. Weiter in der Zeitlupe, es war dieser Baumstamm, der mich zu Fall brachte, all die schlimmen Dinge in mir aufbrachte, die ich längst hätte vergessen sollen. Und dann fiel ich in den Kuhfladen, einen von denen, die mir nie hätten über den Weg hätten laufen dürfen. Es fühlte sich an wie ein Traum, es war etwas unbeschreibliches, ekelhaftes, in einem dicken Kuhfladen sein monatliches Bad zu nehmen. Da sind die Pferde wohl wieder mit mir durchgegangen. Hör ein bißchen Musik, die wird deinem System guttun.
April 17, 2008
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Ich bin ein Rapper in den Wechseljahren, meine einzige Hoffnung ist die Wiederbelebung, und ich hoffe, die wird kommen, ehe der Frühling in Palermo ist, der soll nämlich besonders schön sein. Blocken kann jeder, ich versinke im Selbstmitleid und höre italienische Schlager aus den achtzigern, um nicht zu sagen, ich atme sie. Das macht ein bißchen Mundgeruch, dessen bin ich mir ja bewusst, aber es gibt ja moderne Technik, da kann man auf Abstand zum Publikum gehen, außer ich bin zu Oldschool. Der Wille zum Sein ist mir schon mit den ersten Grundsätzen gegeben. Schade nur, dass kein Schwein mich hört. Italien, du Land im Wechselschritt, du bist mein Glück, dein Schinken ist meine Freude, meine Einzige, denn keiner mag mich und auch der Zahnarzt hat sich dazu schon geäußert. Würmer unter der Haut, Haut auf dem Pudding, fühle mich ein bißchen schwabbelig. Morsen werde ich noch lernen. Ich brauche eine Hand.
März 24, 2008
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Zwei Monsterkinder sitzen zwischen den Stühlen, sonst war kein Platz mehr für sie. Das Glockenspiel ertönt, wäre es nur ein Spiel, die Spatzen würden es doch schon von den Dächern pfeifen, oder, läuten. Die Monsterkinder, sie wackeln ihre Köpfe im stampfenden Rhythmus der Glocken, die Münder gehen auf und zu, immer wieder, auf und zu. Die Maschienerie der Begriffe macht sich selber lächerlich, doch mehr hat man doch nicht, um Monsterkinder zu beschreiben. Ist es nicht paradox, dass man schreibt und doch nicht will, und kann und doch, man schreibt. Zurück zum Schauplatz, das Popcorn heraus, es wird spannend. Nein, eigentlich nicht. Der Tiefpunkt, falls es denn schon einmal etwas wie einen Höhepunkt gab, ist erreicht. Gähnende Leere. Auf den Bänken. Zwischen den Bänken ist der Wahnsinn los. Und die Kleinen, sie sind immer noch nicht im Bett.
Februar 9, 2008
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Das Wappen zeigt Blau, wie das Blut, dass die Regenrinne runterläuft, wenn man in der Position der Spinne ist, die doch nichts dafür konnte, dass sie nicht anders konnte, als das Glück zu stehlen, als sie von den Wächtern der Republik gestoppt wurde, denn sie passte nicht in die Reihen derer, die die Wahrheit verteidigen, jedenfalls glauben sie das. Ein Hauch Mystik umhauchte die Spinne, aber letztendlich war es nur ein Grund mehr für die Wächter, Alarm zu schlagen. Und nun saß sie da in ihrem Netz, dass in der kleinen Zelle hang, die sie ihr eigen nannte. Manchmal schaute sie zu ihrem Fenster heraus und sah die anderen Spinnen, die fröhlich in der Sonne rumsprangen und fangen spielten. Denn sie fingen das Glück, nicht den Staub.
Februar 3, 2008
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Ich ging an die Bar, bestellte einen heißen Hot Dog und aß ihn voller Genugtuung. Ich hatte gerade hineingebissen, da merkte ich, dass ich schon bald gehen müsste, aber nun ist ein heißer Hot Dog ein heißter Hot Dog und man lässt so etwas nicht einfach liegen. Kurzer Hand nahm ich ihn an die Hand und wir gingen ein bißchen spazieren. Ich zeigte ihm den Park, die Wiesen und die Hunde. Das gefiehl ihm sehr, doch was er wirklich dachte, versuchte ich zwar zu ergründen, konnte aber nicht zu ihm vordringen, den das Erlebnis in der Bar war einfach zuviel des Guten gewesen, zwar war er sich genauso im Unklaren darüber, was passiert war, wie ich, doch hatte er ja Zeit genug, um den Tod durch Herzfehler fest zu stellen. Jetzt liegt alles bei dem Chefarzt.
September 10, 2007
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Codenamen gibt es viele und und manche Codenamen führen wohl ins Ungewisse. Soweit die Fakten. Doch was steckt wirklich dahinter? Schlammlawinen wollte ich schon immer mal treten und wie heißt es doch so schön in einem Gedicht von Edwin Fischer: “Der Morgen kommt nach der Nacht”. Musen summen nicht, vielleicht sind sie deshalb so reizvoll, obwohl sie beim Kauen einen bitteren Nachgeschmack haben, liegt wohl daran, das sie alle schwer im Abgang sind. Codenamen sind das, was uns verbindet, wo der Osten den Westen küsst und graue Berge grünen. Ach wie schön ist doch der Maien.
Juli 14, 2007
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Ist es nicht schön zu wissen, dass du nach Hause kommst und da wartet eine Pizza auf dich? Ich fühle mich da immer gleich ein bißchen besser, vor allem, wenn es im Schuh drückt. Der Belag wechselt natürlich immer durch, sonst wäre das ja auch langweilig, manche finden das aber auch zu spannend. Welche Ziffern magst du am liebsten?Die mit dem roten M? Ich hasse es sagen zu müssen, aber ich mag Pizza. Ich mag Belag. Aber nur zusammen. Gut, mancher mag vielleicht keinen Käse, aber ist das mein Problem, ich habe doch schon genug Problemzonen, wenn ich Pizza esse? Mal der Emmentaler ist natürlich schwer, das verstehe ich schon, aber man gewöhnt sich doch an alles. Box dich doch selber.
Juni 8, 2007
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Nimm auf, du Grusel der Vergangenheit. Welch schöne Wetterlage hast du genutzt, um das nie enden wollende Drama wieder zu beleben? Etwa die Inversion? Ich bin enttäuscht. Zeit das es Häuser regnet. Doch welches Haus hat solch eine Tür, die Vergangenheiten einlassen kann? Wohl keines, deshalb muss es von uns erst gebaut werden, von nun an in bleicher Farbe. Ohje, denke ich wenn ich daran denke. Die Musik der Gegenwart kann doch nur Imperfekt sein, ein Plus würde ich davor jedenfalls nicht setzen. Als wir noch alt waren, da gab es noch richtige Klangfarben, grüne und rote. Ach Adelheid, du neun.
Mai 30, 2007
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Der Hund rührte sein Essen nicht an. Keiner konnte sehen, was in ihm vorging, sogar der Oberkellner war ratlos. Seit Tagen weigerte er sich zu Essen, doch er trank weiter. Der Berg im Napf häufte sich langsam, ganz tief drinnen entstand neues Leben, doch das war nicht der Grund. Er wusste einfach nicht mehr, ob er Vegetarier oder Fleischfresser war. Und so weigerte er sich überhaupt etwas zu tun. Kein Knochen, nicht einmal die Leckerli wollte er essen. An anderen Näpfen schnüffelte er gerne mal herum, aber er ließ sich nicht überzeugen. Bis zu dem Tage, als er Haarausfall bekam, da war es ihm doch genug und er schlapperte mal wieder über das Fleisch, das in großen Stücken herumlag, halbverwest an den Knochen, die zersplittert waren und noch die Spuren des Kampfes mit dem Fleischermesser trugen. Eines Tages biss er hinein, doch da war es schon zu spät geworden, sein Fell war verloren und er fühlte sich nackt, nackter als ein kleiner grüner Regenwurm.
Mai 24, 2007
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